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Jürgen Thorbeck zur See

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SV 03: Reiseberichte

SY Penelope (12. Juni 2018)

Ahoi Berliner,

unsere kleine Auszeit ist nun zur Hälfte rum; uns geht es immer noch bestens. Bisher haben wir alle Hafenmanöver anständig hinbekommen; die Penelope ist immer noch heile.

Als wir in Maddalena auf Sardinien ankamen, staunten wir nicht schlecht, als wir bekannte Berliner Stimmen vernahmen: Peter Wiener und seine Frau auch hier im Süden! Wir verbrachten einige nette Stunden zusammen, dann mussten die Wieners weiter, um ihre Fähre zu bekommen. Bei leichten Winden – Genua 1, Spi, Volvo – fuhren wir an der sardischen Ostküste entlang.

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Manchmal übernachteten wir in Buchten, aber je weiter man sich nach Süden bewegt, werden die Ankermöglichkeiten immer rarer. In Cala Golone machten wir am Kai fest, obwohl an dessen Mauer mit einen Meter großen Lettern NO MOORING geschrieben stand. Es dämmerte schon, der nächste Hafen war weit und wir waren hungrig. Morgens wurden wir von drei aufgeregten Kollegen der Küstenwache dann mehr oder weniger freundlich herauskomplimentiert.

Dass u.a. in Baden-Württemberg Frühjahrsferien waren, merkte man in den Restaurants sehr deutlich. Überhaupt scheint Sardinien für unsere Landsleute attraktiver zu sein als Korsika. Bei mittlerweile hochsommerlichen Temperaturen machten wir einige Ausflüge mit dem Auto und zu Fuß. Spektakulär war die Wanderung in der Schlucht Gola su Goruppo mit teils 300 Meter hohen Felswänden bei etwa 30 Meter Breite (an dieser engsten Stelle nur 4 m breit).

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Unser letzter Hafen auf Sardinien war Santa Maria Navarrese, eine perfekt geführte Marina mit geringen Liegegeldern – zumindest in der Vorsaison. Mindestens zwanzig deutsche Yachten haben dementsprechend hier ihren Dauerliegeplatz.

In der letzten Maiwoche steckten wir Kurs auf Sizilien ab. Nach 200 Seemeilen machten wir in einer herrlichen Bucht auf der Sizilien vorgelagerten Insel Favignana an einer Mooringtonne fest. Wir spazierten ins Dorf und belohnten uns mit einem herrlichen, regionalen Essen u.a. mit rotem Thunfisch und Minze, lecker.

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Die Stadt Trapani auf Sizilien wirkt auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich der Charme der Gebäude im Stil des sizilianischen Barocks und die Authentizität. Es ist auch mal wohltuend durch eine nichttouristische Stadt zu laufen.

In Trapani konnten wir auch unser kleines Problem mit der mangelnden Batteriekapazität lösen. Vom ansässigen Shipchandler wurden zwei Batterien aus Palermo geordert, die uns am nächsten Tag bis ins Cockpit geliefert wurden.

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Die Nordküste der Insel ist landschaftlich wundervoll, viel grüner als wir es erwartet haben. Cefalu ist sicherlich die attraktivste Stadt an diesem Küstenabschnitt. Und auch hier; das sizilianische Essen ist ein Gedicht zu vernünftigen Preisen!

Ohne die Liparischen Inseln anzusteuern (die mit den vielen kleinen Vulkanen), kann man das Revier im Tyrrhenischen Meer eigentlich nicht verlassen. Wir haben uns für Salina entschieden, die grünste der Inseln und die einzige mit einem vernünftigen Hafen. Hier sind wir beim zweistündigen, steilen Aufstieg auf den 962 Meter hohen Gipfel des erloschenen Vulkans Monte Fossa delle Felci fast an unsere körperlichen Grenzen gestoßen. Uff! Dafür wurden wir wieder mit einem tollen Ausblick belohnt und so konnten wir beschwingt den Abstieg auf der Rückseite angehen.

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Bei kräftigem Schiebewind und etwa eineinhalb Meter Welle machten wir uns nach zwei Tagen auf zum navigatorisch bislang anspruchsvollsten Ziel, der Straße von Messina. Und ja, wir haben einige Zuckungen von Scilla und Charybdis mitbekommen, aber dank gutem Timing war die Strömung gerade nicht so groß.

Zwei städtische Highlights an der Ostküste sind Taormina und vor allem Siracusa. Hier im Hafen von dieser tollen Stadt liegen wir jetzt sicher vertäut bei 30 Grad und kräftigem Südwind, essen mittags Granite und trinken abends Aperol und freuen uns schon auf die Muscheln am Abend. Wenn Rasmus es gut mit uns meint, legen wir morgen Nachmittag ab mit dem Ziel, Kefalonnia, Griechenland.

Wir grüßen euch ganz herzlich und wünschen euch viel Spaß beim Fahrtenseglerpäckchen,
Ina und Eric

Siracusa, 12. Juni 2018

PS: Da das Senden des Berichtes irgendwie nicht geklappt hat hier noch ein Nachtrag: Wir werden in ca einer Stunde auf Kefalonia ankommen, dann haben wir 260 sm zurückgelegt.

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